Wie alles begann…

Geschichte des Bürgervereins Klingenbrunn

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Bild: Gründungsmitglieder 1913

Im Jahre 1909 wurde von den Stammtischbrüdern Werberich, Braun, Weber, Keidel, Hofmann, Seufert, Schneider, Tröster, Drescher, Wald, Lenz in der Gaststätte Freischütz (Klingenbrunnstraße) die Gemeinde Klingenbrunn gegründet. Zum 1. Bürgermeister wurde Ludwig Werberich gewählt.
Die Überlieferung spricht von sehr fidelen montäglichen Zusammenkünften, die mit „Kind und Kegel“ im jährlichen Kirchweihfest auf der sogenannten „Alm“, einem Wäldchen auf dem Brauhausberg gipfelten.

Schlachtschüsseln lieferten bereits damals die begehrten Spezialitäten, Waldfeste wechselten sich mit gemütlichen musikalischen Abenden ab. In dieser Zeit entstand eine festgefügte Siedlungs- und Freizeitgemeinde, deren Aktivitäten durch den Ersten Weltkrieg lediglich unterbrochen wurden.
Nach dem Ende des Krieges lebten die Kirchweihen wieder auf und fanden nun alljährlich im Garten der Gaststätte „Freischütz“ unter der Leitung des neuen 1. Vorsitzenden Michael Nöth statt, der kurz darauf von Karl Scheyer abgelöst wurde.
Aus der Raumnot heraus wurde in den 20er Jahren in der Gaststätte Tannenbaum eine zweite Gemeinde gebildet. Erster Bürgermeister wurde hier Georg Hollfelder. Aus dieser Zeit stammt auch die älteste erhaltene Amtskette.
Die beiden Gemeinden lebten und feierten in friedlicher Koexistenz, bis sie in Folge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 zu einem Zusammenschluss gezwunden wurden. Der „Tannenbaum“ war jetzt das gemeinsame Domizil.
Die Klingenbrunner konnte das nicht erschüttern. Das Gemeindeleben ging mit alter Tradition weiter. Faschingsveranstaltungen, Schlachtschüsseln, Trachtenkirchweihfeste, Tanzabende und Ausflüge wurden weiter abgehalten, bis der Zweite Weltkrieg eine erneute Zäsur mit sich brachte, die 1945 in der völligen Zerstörung des Gründungslokals „Freischütz“ und des Stammlokals „Tannenbaum“ gipfelte.

Man musste auf den Wiederaufbau des Tannenbaum warten, bis sich die Gemeinde  wieder zusammenschließen konnte. Am 27. Februar 1955 war es dann soweit. 64 Klingenbrunner hatten sich im „Tannenbaum“ versammelt um die neue Gemeindeverwaltung zu wählen. Zum Ersten Bürgermeister wurde einstimmig Franz Köferl gewählt. Im gleichen Jahr wurden die ersten größeren Geselligkeitsveranstaltungen verzeichnet. Wanderungen und Ausflüge zum Sommerfest an der Zellerau, Familienweihnachtsfeier, Schlachtschüssel und Faschingsvergnügen fanden wieder statt. Freundschaftliche Bande ergaben sich mit dem Stammtisch „Bärenzwinger“. Auch die angenehme Zusammenarbeit mit dem Brauhaus Schweinfurt wurde schon damals protokolliert.
Ab 1956 übernahm Karl Gessner die Vereinsgeschäfte. Neue, größere Veranstaltungen kamen dazu. Erstmalig nach dem Krieg wurde 1957 ein Kirchweihfest mit Umzug und traditionellem Brauchtum auf dem Platz an der Turngemeinde abgehalten.
Neue Patenschaften wurden aufgenommen, so mit dem Stammtisch „Wasserturm“, dem Gesangverein Gemeinde Gartenstadt und der Gemeinde Klingenbrunn im Bayrischen Wald.
Die Jubiläumsfeiern zum 50., 60., 65. und 70. Gründungsjahr waren öffentliche Veranstaltungen, an denen viele Schweinfurter teilnahmen. Die im Jahre 1979 angeschaffte Feststandarte wurde durch Stiftung unserer Damen ermöglichst.
Karl Gessner wurde 1981 für seine 25-jährige Tätigkeit geehrt und zum Ehrenbürger ernannt.
Bei der Generalversammlung am 4.4.1981 wählten die Mitglieder einen neuen, verjüngten Gemeinderat unter der Leitung von Bernhard Rauch. Mit dem Amt des 2. Bürgermeisters wurde Werner Pfister betraut.
Zusätzliche neue Aktivitäten bereicherten fortan das Vereinsleben.
Die Klingenbrunner waren von Anfang an aktive Teilnehmer des Schweinfurter Faschingszuges und maßgeblich am ersten Gewinn des Karneval-Wanderpokales beteiligt. Über viele Jahre hinweg wurde zudem in der Fastenzeit ein Starkbierfest abgehalten.
Stets hatte der Bürgerverein ein offenes Herz und eine offene Hand für soziale Einrichtungen im eigenen Stadtteil, wobei hier die besonders freundschaftlichen Beziehungen zum Jugendhaus Marienthal zu nennen sind.

Bis heute gilt das alte Vereinsmotto „Eintracht hält Macht“, welches über der selbst gestellten Aufgabe steht, die da lautet:
„Die Tradition und das gesellschaftliche Leben im Stadtteil Klingenbrunn zum Wohle aller Bürger zu pflegen“.

(R.Blüm frei nach der Festschrift „1984-75 Jahre Bürgerverein Klingenbrunn; Bernhard Rauch; 19.5.1984“)